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Dienstag, 25. März 2014

Frühlingsstimmung

Endlich, endlich scheint die Sonne wieder und lacht uns ins Gesicht - hoffentlich bleibt das auch so! Ein kleines Loblied auf den Frühling hat Eduard Mörike geschrieben, zu dem ich ein paar passende Fotos aus den vergangenen Tagen habe.



Frühling

"Frühling lässt sein blaues Band

Wieder flattern durch die Lüfte;

Süße wohlbekannte Düfte

Streifen ahnungsvoll das Land

Veilchen träumen schon, 

Wollen balde kommen.

Horch, von fern ein leiser Harfenton!

Frühling, ja du bist's!

Dich hab ich vernommen!"






Dienstag, 19. November 2013

Ein Liebeslied

Es ist wieder an der Zeit für ein bisschen Lyrik - diesmal wieder von Else Lasker-Schüler, meiner absoluten Lieblingsdichterin! Dem Gedicht bin ich schon vor langer Zeit in der Schule begegnet, seither lese ich es immer wieder gerne, weil es so wunderschön ist. Lasst euch bezaubern von diesen schönen Worten:

 
Ein Liebeslied

Komm zu mir in der Nacht - wir schlafen engverschlungen.
Müde bin ich sehr, vom Wachen einsam.
Ein fremder Vogel hat in dunkler Frühe schon gesungen,
Als noch mein Traum mit sich und mir gerungen.

Es öffnen Blumen sich vor allen Quellen
Und färben sich mit deiner Augen Immortellen...

Komm zu mir in der Nacht auf Siebensternenschuhen
Und Liebe eingehüllt Spät in mein Zelt.
Es steigen Monde aus verstaubten Himmelstruhen. 

Wir wollen wie zwei seltene Tiere liebesruhen
Im hohen Rohre hinter dieser Welt.

(Else Lasker-Schüler)


Freitag, 8. November 2013

Tauben-Gedanken

Um die Zeit zu überbrücken, weil ich meinen Anschlusszug verpasst habe, habe ich ein kleines, dadaistisch angehauchtes Gedicht geschrieben, das bei der Observation einer Taube entstanden ist. Viel Spaß beim Lesen der Gedanken einer Taube, die am Bahnhof auf Futtersuche ist (und entschuldigt die schlechte Bildqualität)!



aus den gedanken einer taube: 

"tip, tip, tip, tip.
nick, nick, nick, nick.
stehen. kopf zur seite legen.
mensch isst. kaut. bröööselt! 
taubenhoffnung:
brotkrümel fällt.

jetzt schnell, konkurrenz naht flügelschmetternd:
tiptip, tiptip, tiptip, tiptip. 
nicknick, nicknick, nicknick, nicknick. 
zickzack. lage prüfen. 
konkurrenz da, schnellschnell. 

kurve, kurve. stop. menschkontrolle.
weiter: kurve, kurve. stop. pick! 

schwups weg. 

satt. kurz."


Mittwoch, 6. November 2013

Eichendorff: Die Heimat

An meinen Bruder


Denkst du des Schlosses noch auf stiller Höh?
Das Horn lockt nächtlich dort, als obs dich riefe,
Am Abgrund grast das Reh,
Es rauscht der Wald verwirrend aus der Tiefe –
O stille, wecke nicht, es war als schliefe
Da drunten ein unnennbar Weh.

Kennst du den Garten? – Wenn sich Lenz erneut,
Geht dort ein Mädchen auf den kühlen Gängen
Still durch die Einsamkeit,
Und weckt den leisen Strom von Zauberklängen,
Als ob die Blumen und die Bäume sängen
Rings von der alten schönen Zeit.

Ihr Wipfel und ihr Bronnen rauscht nur zu!
Wohin du auch in wilder Lust magst dringen,
Du findest nirgends Ruh,
Erreichen wird dich das geheime Singen, –
Ach, dieses Bannes zauberischen Ringen
Entfliehn wir nimmer, ich und du!

(Joseph Freiherr von Eichendorff)


...und hier meine Heimat!

Gefieder

 
"Alle, wenn sie Mut besitzen, dichten, dass die Federn spritzen!" (Wilhelm Busch)

Else Lasker-Schüler verleiht dem Blog seinen Namen

Sinnenrausch 

Dein sünd’ger Mund ist meine Totengruft,
Betäubend ist sein süßer Atemduft,
Denn meine Tugenden entschliefen.
Ich trinke sinnberauscht aus seiner Quelle
Und sinke willenlos in ihre Tiefen,
Verklärten Blickes in die Hölle.

Mein heißer Leib erglüht in seinem Hauch,
Er zittert wie ein junger Rosenstrauch,
Geküßt vom warmen Maienregen.
– Ich folge Dir ins wilde Land der Sünde
Und pflücke Feuerlilien auf den Wegen,
– Wenn ich die Heimat auch nicht wiederfinde...

 (Else Lasker-Schüler)